Unser Weinhaus


Historie der Familie und dem Weinhaus Matt-Schwaab

 

Anno 1570 begann die Geschichte der Familie Matt in der Pfalz. Niclas Matt, freier Bürger aus Schlettstadt im Elsaß, heiratete in dem Jahr die Tochter eines Landauer Kaufmanns und Ratsherren. Die Nachkommen ließen sich nieder im Fürstbischöflichen Oberamt Kirrweiler.

Der rechte Ort für eine sakrale Kunstwerkstätte wie sie die Familie Matt hier über Generationen betrieb. Der 1698 in Kirrweiler geborene Hans Michael Matt und seine Brüder schufen in der Zeit des Barock und Rokoko bedeutende Kanzeln und Altäre, wie z.B. den markanten Hochaltar im katholischen Teil der Stiftskirche in Neustadt/ Weinstrasse. Die Familie gelangte zu Wohlstand und Grundbesitz.

Mit Joseph Matt (geb. 1726) und Frau Regina, Erbtochter eines Deutschorden-Konduktors, begann die Generationenfolge der Wirte und Winzer im Gasthaus zum Hirsch. Das heute private Anwesen in Kirrweilers Ortsmitte war einst erste gastliche Adresse - ob Kirrweiler noch Sommerresidenz der Speyerer Bischöfe war, ob weiter französischer Kantonssitz oder Rheinbayerische Pfalz. Gastwirtschaft, Landwirtschaft und Weinbau ernährten ihre jeweiligen Herren und in jeder Generation auch blitzgescheite Nachkommen, die es aus Kirrweiler hinaus in die Welt brachten.

Die Familie daheim war stolz auf ihre studierten Söhne und Enkel, die dem Namen Matt Ehre einlegten: Unter Juristen, Medizinern und Pädagogen, Königlichen Hofräten und Oberbürgermeistern findet sich auch der bekannte Bayerische Kultusminister und stellv. Ministerpräsident Dr. Franz Matt, der 1923 maßgeblich zur Niederschlagung des Hitler-Putsches beitrug.

Einige Namensträger wanderten aus nach Amerika, machten dort Karriere: Stadtbauarchitekt Georg Matt prägte das Bild des modernen Cincinnati, Franziskanerpater Lucius Matt wurde zum verehrten Klostergründer, und nicht zuletzt der 1877 geborenen Journalist und Redakteur Josef Matt (nach dem in Kirrweiler eine Strasse benannt ist) zu einem mächtigen US-Zeitungsverleger.

Letzterer und sein Bruder, der Pfälzer Volkserzähler und Oberlehrer Franz Matt (1882-1957), sind Urgroßonkeln von Stefanie Matt-Schwaab. Die Wirtin der Oberschloss-Schänke ist zugleich die letzte Namensträgerin Matt in Kirrweiler und Hüterin des Familienerbes.

Sie übernahm das Weingut vom Vater und Großvater. Sich der Tradition bewusst, führt sie seit der Heirat mit Winzermeister Thomas Schwaab den Doppelnamen. Persönlich und auch der Betrieb.

 

Wie seine Frau stammt Thomas Schwaab aus traditionsreichem Haus: Urgroßvater Johannes Schwaab, Winzer und Küfermeister aus Maikammer-Alsterweiler, kaufte im Jahr 1925 das Kirrweiler "Schlössel" mitsamt dem Zehntkeller der Fürstbischöfe. Dort baute Winzermeister Thomas seine ersten Weine aus, bevor er und Stefanie sich mit ihrer modernen Vinifikation und dem Gästehaus mitten im Rebenmeer selbstständig machten.

 

Beider Töchter - Caroline und Meike - bringen sich in den Familienbetrieb mit ein. Caroline repräsentierte zwei Jahre lang als Weinhoheit das "Erlebnisland Pfälzer Weindörfer", während ihre jüngere Schwester Meike - bemerkenswert für eine junge Frau - den heute seltenen Beruf des Weinküfers erlernte.

 

Wie schon vor 300 Jahren die Vorfahren in ihrem Gasthaus zum Hirsch, so sorgen heute in der Oberschloß-Schänke Stefanie Matt-Schwaab und ihre Familie für das Wohl der Gäste. Eine Familie mit Tradition pflegt diese auch: "Blücher´s Siegestrunk" - ob als Wein oder spritziger Vertreter seiner Art - erinnert an den größten deutschen Feldherrn, der hier mit dem Gefecht von Kirrweiler zum General wurde. (DIE RHEINPFALZ/jzs)